Caesiummessung

Radiocäsium in einheimischem Wildbret
Einheimisches Wildbret kann, von dem Reaktorunglück von Tschernobyl im Jahr 1986
herrührend, heute noch radioaktiv kontaminiert sein. Deshalb wurden vom Bayerischen
Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) im Jahr 2014
Wildbretproben (aus dem Handel und direkt von Jägern), die für die menschliche
Ernährung bestimmt waren, untersucht.

Für die Verkehrsfähigkeit inländischer Erzeugnisse ist der Orientierungswert von maximal
600 Bq Radiocäsium/kg (Grenzwert nach der Verordnung (EWG) Nr. 737/90 für
Drittlandserzeugnisse) anzuwenden.

Anzahl der 2004 vorgelegten einheimischen Proben: 203
Proben mit Radiocäsiumgehalten < 600 Bq/kg: 189
Proben mit Radiocäsiumgehalten > 600 Bq/kg: 14

Bei Wildbret sind für die Höhe der Kontamination die lokale Bodenbelastung, die
Bioverfügbarkeit des Radiocäsiums, die Fressgewohnheiten der Tiere, die Tierart selbst
sowie der Schusszeitpunkt verantwortlich. Da die Waldgebiete mit erhöhter
Bodenkontamination größtenteils bekannt sind, kommt aus diesen Bereichen in der Regel
kein Wildbret mehr in den Handel, allenfalls nach entsprechender Prüfung. Insbesondere
Wildschweine weisen jedoch eine geringe Standorttreue auf. Deshalb kann nicht
ausgeschlossen werden, dass kontaminiertes Wildschweinfleisch in den Verkehr kommt.
Daher werden vom LGL weiterhin stichprobenartig derartige Produkte untersucht.

Tabelle: Untersuchungen von bayerischem Wildbret auf Radiocäsium im Jahr 2004

Ergebnisse der Untersuchungen:
Aus früheren Untersuchungen war bekannt, dass bei Tieren aus der gleichen Region
Wildschweine höhere Radiocäsiumgehalte aufweisen können als Hirsch, Reh oder Hase.
Das beruht darauf, dass sich das Radiocäsium heute in den Waldgebieten in der
Streumoderschicht in etwa 5 - 7 cm Tiefe befindet. Etwa bis in diese Tiefe wühlt das
Wildschwein im Boden und sucht sich seine Nahrung, z.B. Wurzeln, Pilzmyzel,
verrottende Pflanzenbestandteile. Die anderen Wildarten haben keine derartigen
Fressgewohnheiten. Deshalb ist das Wildschwein innerhalb des Jagdwildes einer
belasteten Region jeweils am stärksten kontaminiert. Das bestätigt auch das Ergebnis
dieser Untersuchung: der Orientierungswert von 600 Bq Radiocäsium/kg wurde nur bei
Wildschweinen überschritten.

Die meisten der belasteten Wildschweine in Bayern (10 von 14) wurden aus der Region
Ostbayern vorgelegt. Ursachen dafür waren die Auffindung eines einzelnen Wildschweins
mit 17.620 Bq/kg Radiocäsium und die dann verstärkt aus diesem Gebiet angeforderten
weiteren Proben. Dabei zeigte sich, dass die meisten der stärker kontaminierten Tiere aus
Gebieten nahe der Grenze zu Tschechien kommen. In Zusammenarbeit mit den lokalen
Stellen wurden noch weitere Messungen durchgeführt, um die Belastungsquelle
festzustellen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch der deutlich höhere
Mittelwert des Radiocäsiumgehaltes in den aus diesem Bereich stammenden Rehproben
(3 Tiere / 302 Bq/kg) im Vergleich zu ganz Bayern (82 Tiere / 33 Bq/kg).

Tabelle: Untersuchung von Wildbret aus der Region Ostbayern auf Radiocäsium 2004

Messtellen:

Im August 2011 wurde die Messstelle bei unserem Kreisjagdberater Helmut Seiler,
Gut Pentlhof (Zeitlarn), vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und
Gesundheit zur "QUALIFIZIERTEN MESSSTELLE" ernannt:

Helmut Seiler
Pentlhof 1
93197 Zeitlarn
Tel. 0941 / 65763
Mob. 0171 / 7242059

Eine weitere Messstelle befindet sich bei:

Dr. Alois Lermer
Birkenweg, 93102 Pfatter

Mobil:
0151-287 912 39
Tel.: 09481-216 / 213

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- Messstellen für den privaten Jäger in Bayern
Hier finden Sie eine Übersicht über vorhandene Messtationen

- Informationen zum Strahlenschutz
Hier finden Sie weitere Links und Informationsseiten zum Strahlenschutz